Wie ist die Esskultur in Deutschland?

Sowie wie alle Länder hat auch Deutschland seine eigene Esskultur. Sie prägt uns und begleitet uns seit Kindheit an. Ist uns eigentlich bewusst, wie wir essen, was wir essen und was davon typisch Deutsch ist? Sich selbst in der deutschen Esskultur finden ist wichtig, um sich und sein Essverhalten kennen zu lernen und es zu verstehen.

In Deutschland isst man häufiger gemeinsam als alleine. Da die meisten Erwachsenen einen Beruf ausüben, kommen im Durchschnitt vier bis fünf Esssituationen vor. Die regelmäßigen drei Mahlzeiten werden weniger. Ein ganzes Fünftel bevorzugt „To-Go“ – Gerichte.

Also, schon fertigzubereitetes Essen. Leider ist nur 37% der Deutschen das Beisammensein mit Freunden oder Familie wichtiger als das Essen selbst.

Allgemein ist Deutschland mehr zweckorientiert. Wir sparen gerne an den Preisen und am Zeitaufwand.
Dennoch essen die Deutschen gerne Gemüse. Vor allem in Form von Eintöpfen genießen wir Gemüsesorten, wie Kartoffeln, Tomaten, Möhren oder einigen Kohlsorten. Diese Gemüsearten sind die Beliebtesten in Deutschland.

Was mögen Deutsche noch lieber als Kartoffeln? Ein gutes Stück Fleisch! Ca. 60kg. Fleisch isst ein Mensch im Jahr. Der größte Teil ist Schweinefleisch, da in den meisten Wurstsorten Schweinefleisch verarbeitet wird. Bei den Beilagen lieben wir Vielfalt, vor allem Kartoffelvielfalt. Bevorzugt sind Pommes, Bratkartoffeln oder Knödel.

Reis ist auch eine beliebte Beilage. Milchprodukte haben in Deutschland einen hohen Stellenwert. Käse aus den Bergen und qualitativ hochwertige Milch ist uns wichtig. Auch der Joghurt ist unter den Deutschen sehr beliebt. Deutschland mag es lieber deftig, so wundert es nicht das die beliebtesten Gewürze aus Salz, Pfeffer, Senf und Meerrettich bestehen.

Wofür Deutschland besonders berühmt ist, sind seine Backwaren. Viele Länder beneiden uns, wegen der vielen Brotsorten. Während in einigen Ländern vorwiegend bis fast ausschließlich Weißbrot gegessen wird, findet man in Deutschland eine Vielfalt an Broten. Besonders beliebt sind Roggenmischbrote oder Vollkornbrote.

Um die Ostern- oder Weihnachtszeit sind auch Brotsorten mit Früchten sehr beliebt.

Bei den Desserts sind wir nicht sonderlich kreativ. Das klassisch deutsche Dessert ist Vanille- oder Schokopudding. Wobei seit den 20er Jahren die rote Grütze mit Vorliebe gegessen wird. Wer in Deutschland zu den Genießern gehört, der sucht ein deutsches Lokal mit guter Hausmannskost auf. Dort essen die Deutschen sehr gerne Schnitzelgerichte und einheimische Spezialitäten. Denn jedes Bundesland bringt seine Spezialitäten mit.

Das macht Essen in Deutschland vielfältig. Im Schwabenland darf keine Speisekarte ohne Maultaschen existieren. In Bayern darf der traditionelle Wurstsalat nicht fehlen.

Im Norden gehört der Matjes dazu und in Hessen erfreut man sich an der grünen Soße. Eins haben die Gerichte gemeinsam: Sie sind deftig, gehaltvoll und sättigend.

Der Ursprung dieser Vorliebe ist leicht zu erklären. Deutschland hat Kriege überleben müssen, musste sich wiederaufbauen und ist industriell ein Vorreiter gewesen. Deutsche arbeiten viel und hart. Da bekommt man Hunger und braucht Kraft.

Vieles ist heutzutage nicht mehr wie damals, doch die Esskultur ist ein Relikt aus alten Zeiten.
Der Trend ändert sich jedoch immer mehr. Gesundes, fettarmes Essen wird verstärkt zum Trend. Die Restaurants müssen mehr Varianten anbieten und der Trend zu internationalen Restaurants steigt. Auf den Speisekarten findet man (Tendenz steigend) häufiger Spaghettigerichte, Pizzen usw.

Das ist nichts Schlimmes, nur sollte die deutsche Esskultur nicht in Vergessenheit geraten, denn in anderen Ländern ist unsere Esskultur sehr beliebt. Nicht nur unser Bier und unsere Backwaren, auch unsere herzhaften Gerichte stoßen auf ein positives Feedback.

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ZUM BUCH

Quellen- und Literaturverzeichnis:

Elvira Bierbach; Naturheilpraxis heute; Deutschland; Elsevier Urban und Fischer; Deutschland; 2013; Kapitel 19 (Hormonsystem)

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