Japan – Eine Weltmetropole mit bezauberndem Essen

Tokio die Stadt von morgen. Die Stadt ist riesig und hier findet man gefühlt alles. Die Autos können sich selbst einparken, der Friseur hat eine Maschine fürs Waschen, Kämmen und Föhnen und Anime-Charaktere werden auf den Straßen lebendig. Ich hatte mir zuvor schon einige Informationen zu den Verhaltensweisen geholt, aber es waren so viele Regeln, dass ich nur ins Fettnäpfchen treten konnte.

Aus diesem Grund kam ich nervös beim Empfang des Hotels an. Da mein Japanisch auf vereinzelte Wörter beschränkt ist, suchte ich mir eine internationale Unterkunft. Bei dem Hotel lernte ich einen Pagen kennen, sein Name war Tobias, und er war für ein Jahr in Tokio. Ich war sehr glücklich, dass ich jemand Deutschsprachigen in dieser Weltmetropole traf.

Er konnte mit seinem Chef ausmachen, dass er mich die nächsten Tage rumführen darf.

Als ich ihm erzählte, auf welcher Mission ich war, stellte er mich dem Koch vor. Sein Name war Hiroto. Da Hiroto viel Erfahrung mit Touristen hat, gab er mir eine tolle Einführung in die Esskultur Japans. Die traditionelle japanische Küche namens Washoku ist geprägt von den Jahreszeiten und den lokalen Nahrungsmitteln. Das heißt, die Gemüse- und Fischarten wechseln, der Saison angepasst. Diese Art ist sehr umweltschonend und hat auch einen gesundheitlichen Aspekt. Da wir Menschen auch mit den Jahreszeiten leben, benötigen wir je nach Jahreszeit unterschiedliche Dinge.

Zum Beispiel im Herbst/Winter haben wir einen erhöhten Kohlenhydrate- und Vitamin C – Bedarf. Gerade die Gemüsesorten, die zu dieser Jahreszeit in Deutschland wachsen, beinhalten genau das. Diese Eigenschaft haben die Japaner erkannt und in ihre Küche eingebaut. Allgemein ist die japanische Küche sehr gesund und ausgewogen. „Das soll man auch sehen!“, erklärte Hiroto.

Japanische Gerichte sind immer schön angerichtet, da sehr auf die Ästhetik geachtet wird. Man bekommt viele kleine Schälchen mit Essen, das kunstvoll angerichtet wurde. Bei den Gerichten bildet Reis und Dashi die Grundlage. Dashi ist eine Brühe aus Meeresalgen und Thunfischflocken. Zum Reis bekommt man eine Suppe aus (mit Dashi als Grundlage), grünem Tee, Tofu, Meeresfrüchten und Fisch, gereicht.

Essen ist eine Gabe der Natur, sie muss mit Respekt behandelt werden

Selten wird Fleisch gegessen. „Essen ist eine Gabe von der Natur, sie muss mit Respekt behandelt werden. Deswegen haben wir viele Grundregeln beim Essen.“; erklärte mir Hiroto. Vor dem Essen bekommt man ein O-shibori. Dabei handelt es sich um ein weißes Tuch, welches feucht, ist und zum Reinigen der Hände genutzt wird. Während des Essens kann man damit dezent den Mund säubern. Hat man nun die Mahlzeit auf sich wirken lassen und die Kunst bewundert sagt man: „Itadakimasu“.

Es ist ähnlich wie: „Guten Appetit“, aber hat eine andere Bedeutung. Es spricht Dank, dem Koch oder Gastgeber aus und ist ein Signal, dass man mit dem Essen beginnt. In Japan wird mit Stäbchen gegessen, wobei man in Restaurants Gabeln bekommen kann. Übrigens finden es Japaner gar nicht toll, wenn man mit den Stäbchen spielt, etwas aufspießt oder in der Luft herum wedelt. Sie sind nur zum Essen gedacht, ansonsten kann man sie auf den Stäbchenhalter hinlegen. Tobias warnte mich davor, Essen von Stäbchen zu Stäbchen zu reichen oder senkrecht in den Reis zu stecken. Dies würde einem Totenritual ähneln und könnte missverstanden werden. Auch der Umgang mit Reis ist speziell.

Reis gilt als heilig, daher sollte man ihn nicht mit einer Soße vermengen, sonst geht das reine Weiß verloren. Er muss auch aufgegessen werden, da man sonst undankbar erscheint.

Über laute Essgeräusche darf man sich in Japan nicht wundern. Suppen werden im Normalfall geschlürft. Nach dem Essen werden die leeren Schalen und Teller (es ist unhöflich nicht aufzuessen), wieder auf ihre Anfangsposition gestellt. Mit den Worten: „Gochisosama deshita“, wird das Essen beendet. Übrigens, in Japan gibt man kein Trinkgeld. Der Kellner würde einem das Trinkgeld zurückgeben.

Eine tolle Stadtführung mit Tobias

Ich bedankte mich bei Hiroto für diese tollen Hilfestellungen und freute mich auf die Stadtführung mit Tobias. Hiroto bat Tobias darum noch verschiedenen Fisch vom Tsukiji Fischmarkt mitzubringen.
Am nächsten Tag, der sehr früh begann, wurde ich von der Menschenmenge an der Shibuya Kreuzung überwältigt. Tobias verriet mir, dass manchmal bis zu 2500 Menschen die Kreuzung bei einer Grünphase überqueren. Ganz in der Nähe war der Bahnhof von Shibuja (übrigens das beliebteste Viertel in Tokio). Ich habe noch nie so viele Gleise an einem Ort gesehen. Außerdem wies mich Tobias auf eine Bronzestatue, in Form eines Hundes hin.

Sein Name war Hachiko. Dieser Hund lebte in den 30er Jahren. Jeden Tag holte er sein Herrchen vom Bahnhof ab, selbst nach dem Tod des Herrchens ging er jeden Tag zum Bahnhof. Um die Treue dieses Tieres zu ehren, bekam er als Andenken diese Statue. „Das macht die Japaner so besonders“, meinte Tobias. „Sie wissen die kleinen Dinge zu schätzen und Werte wie Treue und Ehre stehen ganz oben. Das ist sehr imponierend, finde ich“, ergänzte er. Ja, Japaner sind ein sehr eigenes Volk, doch auch sie kennen ihren Weg zum Glück. Ihr Weg ist das Festhalten von Werten und Traditionen. Wir gingen weiter und auf einmal sah ich ein Objekt, welches ich schon einmal bewundern durfte. Der Tokio Tower ist eine exakte Kopie des Eiffelturms. Schnell machte ich ein Foto und schickte es mit lieben Grüßen meiner Freundin Chloé.

Der Fischmarkt in Japan

Der Fischmarkt war riesig und der Geruch gewöhnungsbedürftig. Hier gab es allerhand Fisch und Meeresgetier. Da Sushi das Nationalgericht ist und allgemein wesentlich mehr Fisch als Fleisch gegessen wird, ist der Fischmarkt der wichtigste Ort für einen Koch. Tobias sollte Fugu mitbringen den wir Hasenkopf-Kugelfisch nennen. Dieser gilt in Japan als Delikatesse, nur ist er auch sehr giftig.

Wobei viele Zuchtfische giftfrei sind. Dennoch gilt im Sommer ein Verzehrgebot, da der Fisch zu der Jahreszeit am giftigsten ist. Hiroto hatte eine lange Ausbildung bekommen, um den Fisch richtig zerlegen zu können. Nachdem wir den Fisch hatten, machten wir uns auf den Weg zu Hiroto, der eine Überraschung für mich vorbereitet hatte. Als wir in die Küche kamen, sah ich viele kleine Schälchen aufgestellt, in jedem etwas anderes drin. Schelmisch lächelte er mich an und meinte, er hätte alle traditionellen Gerichte für mich gemacht zum Probieren. Hiroto war wirklich ein lieber Mann. In den Ländern zuvor hatte ich nie die Möglichkeit, alle Landesgerichte zu probieren.

Durch Hiroto bekam ich einen einzigartigen Einblick in die kulinarische Welt Japans.

Ich begann mit Chanko Nabe, dies ist das Essen für Sumoringer. Es ist ein Eintopf aus Hühnerfleisch, Tofu, Gemüse und Meeresfrüchten. Er war lecker, doch die Kombination mit Fleisch und Fisch war für mich ungewohnt. Natürlich gab es auch Sushi. Obwohl es ungewohnt ist, rohen Fisch zu essen, war es ein absolutes Highlight für mich. Als Nächstes gab es Tempura. Das ist frittierter Fisch oder Meeresfrüchte. Es ist ein sehr einfaches Gericht aber absolut lecker und einer meiner Favoriten. Dann gab es Melonenbrot.

Ein Hefeteiggebäck mit Melonenaroma und Keksteigüberzug. Sensationell lecker, dieses Gebäck gibt es auch mit Zuckerguss, Schokolade und anderen Verfeinerungen.

Ramen dürfen in Japan auch nicht fehlen. Das ist eine Nudelsuppe, die so beliebt ist, dass es eigene Ramenbars gibt. Manche sogar mit Michelinsternen. Es folgt Okonomi-yaki. Das ist eine Art Kartoffelpuffer, nur mit Kohl anstatt Kartoffeln. Wie ein Pfannkuchen wird es gebraten und nach Belieben mit Fisch, Fleisch oder Gemüse belegt. Hiroto hatte mir auch den Kugelfisch angeboten. Erst habe ich mich nicht getraut, doch da Tobias voller vertrauen einen Happen zu sich nahm, tat ich es auch.

Leider muss ich sagen, dass er wie jeder andere Fisch nach Fisch schmeckte und sich nicht sonderlich abhob. Ich durfte die letzten Tage noch viele schöne Parks, wie den Ueno Park sehen, die Rainbow Bridge betrachten und einige Tempel besichtigen. Japan war wunderschön und ich liebte die Art, wie sie ihr Essen zelebrieren als wäre es ein kostbares Geschenk.

Das Buch entführt dich in die kulinarische Welt und wir suchen gemeinsam das Glück in anderen Kulturen. Wir lernen die Menschen kennen, lernen über Lebensmittel, sowie über die Gesundheitsaspekte. Das Beste: Wir schlemmen uns durch die kulinarische Welt. Du möchtest mein neues Buch kennenlernen? Dann folge diesem Link: NEUES BUCH: KOCHEN. ESSEN. GLÜCKLICHSEIN.

 

 

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