Selen: das Antioxidans

Das Spurenelement Selen ist Bestandteil der Aminosäure Selenocystein und damit ein solcher von bis zu 50 verschiedenen Proteinen wie auch Hormonen unter anderem der Schilddrüse. Weiterhin zählt es wie das Zellschutzvitamin E zu den Antioxidantien und trägt zur Stärkung des Immunsystems bei. Die DGE empfiehlt eine tägliche Zufuhr von 1,5 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht, also in etwa im Rahmen von 30 bis 70 Mikrogramm pro Tag.

Was passiert bei einem Selenmangel?

Ein Selenmangel tritt äußerst selten auf und kann die Folge einer Malabsorption oder längerfristigen parentalen, also einer Form der künstlichen Ernährung sein. Infolgedessen kann er die Schilddrüsenfunktion beeinträchtigen und eine Immunschwäche fördern. Zudem steigt die Gefahr für koronale Herzerkrankungen wie auch für Krebs.

Von einer akuten Selenose, also einer Selenvergiftung spricht man ab einer zehn- bis 20-fachen Überdosierung mit vier bis acht Milligramm Selen innerhalb von 24 Stunden. Eine chronische Selenüberdosierung erfordert eine längerfristige Dosis von >0,6 Milligramm Selen pro Tag. Entstehen kann eine solche durch regional belastete Lebensmittel oder verunreinigtes Trinkwasser, eine Inhalationstherapie mit selenhaltigen Dämpfen oder bestimmte Arzneimittel. Zu den anfangs eher unspezifischen Symptomen zählen starke Übelkeit mit wässrigem Durchfall und Erbrechen bis hin zur Dehydration oder aber Muskelschmerzen, ein diffuses Gefühl von Schwäche und starke Müdigkeit. Später kann es zu Empfindungsstörungen, Hautausschlägen, Haarausfall und dem Verlust von Finger- und Fußnägeln kommen.

In welchen Lebensmitteln finden wir Selen?

Eine Supplementation sollte ausschließlich nach Rücksprache und mit Aufsicht eines Arztes erfolgen. In der Nahrung findet sich Selen sowohl in tierischen (Eier, Fleisch, Fisch) wie auch pflanzlichen Lebensmitteln (Linsen, Spargel, Sojabohnen), wobei die Fütterung des Nutzviehs wie auch die Beschaffenheit beziehungsweise der Nährstoffgehalt des Ackerbodens von nicht zu vernachlässigender Bedeutung ist.

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ERNÄHRUNGSLEXIKON

Quellen- und Literaturverzeichnis: 

  • Elvira Bierbach; Naturheilpraxis heute „Lehrbuch und Atlas“; Deutschland; Elsevier, Urban und Fischer; 2013, Seiten: 664 ff.
  • Biesalski; Taschenatlas Ernährung; Deutschland; Thieme; 2017; Seiten: 236 ff.
  • Burgerstein; Handbuch Nährstoffe: Vorbeugen und heilen durch ausgewogene Ernährung: Alles über Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente; Trias; 2018; Kapitel 2 „Ernährung“: 12 ff.
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE); 2019; September; 29.